Eine ganz wichtige Frage ist, was muß ich als Student denn mitbringen? Die Antwort mag überaschend klingen, das ändert aber nichts an ihrem Wahrheitsgehalt.

Du brauchst

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Mathematik

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Englisch

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autodidaktische Fähigkeiten

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Durchhaltevermögen

Du brauchst nicht

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Programmierkenntnisse

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aktuellen Quake Rekord

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die schnellste Maus Deiner Umgebung

So unglaublich sich das anhört, Du brauchst keine Ahnung von Computern zu haben, das soll Dir ja beigebracht werden. Durch Deine Anwesenheit hier überqualifizierst Du Dich sogar schon, Du mußt nicht mal einen Computer gesehen haben, um ein Info-Studium zu schaffen. Es bringt auch keinen Vorteil, wenn Du daheim Deinen persönlichen 256 Knoten Beowulf stehen hast, im ersten Semester reicht in der Regel ein 486er, je nach Lehrplänen dann später was größeres. Zur Not solltest Du alles im Rechnerraum der Uni machen können.

Das war jetzt die gute Nachricht und vermutlich, so Du nicht zu einer kleinen Gruppe zählst, die von der Mehrheit als Masochisten angesehen werden, die einzige.

Was Du auf jeden Fall brauchst und zwar bis zum geht nicht mehr, das ist Mathematik. Vorsicht dabei, das, was Du in der Schule gemacht hast, war dieses problemorientierte Arbeiten. Du hast eine Aufgabe und einen passenden Lösungsansatz bekommen und mußtest beides nur noch zusammenfassen. In der Uni bekommst Du nur ein paar Ideen, wie es gehen könnte, ausarbeiten mußt Du das selber.

Nimm das nicht zu leicht. Jedes Jahr fallen ungefähr die Hälfte aller Erstsemester durch die Mathe Prüfungen und/oder beenden ihr Studium "freiwillig".

Viele andere scheitern am gegenüber der Schule stark unterschiedlichen Lehr- und Lernverhalten. Es gibt zunächst mal keinen Druck zu lernen, keine Ausfragen, keine Stegreifaufgaben, nur die Klausuren am Ende vom Semester und selbst die sind in der Regel nicht allzuschwer, nach 2 Jahren aber, zum Vordiplom wird in aller Regel unglaublicher Druck entstehen, so etwa 10 bis 25 Vorlesungen sind im Grundstudium angefallen und all dieses Können (ich schreibe bewußt nicht Wissen) wird dann innerhalb kurzer Zeit verlangt. Viele kommen mit der scheinbaren Freiheit nicht zurecht.
Ab und an findet sich mittlerweile auch das sogenannte "Leistungspunkte" oder "credit point" System. Dabei zählt die erreichte Leistung der Klausuren am Ende der Semester bereits so zum Vordiplom, die Vordiplomsprüfung fällt dabei weg.

Womit auch viele Probleme haben ist das Lernen während des Semesters, denn in den Vorlesungen wird nicht alles gemacht, was Prüfungsrelevant ist. Jemand, der sich C auskennt wird es nachvollziehen können, wenn ich schreibe, wir hatten 2 Monate Zeit, nicht nur C sondern auch das imperative Programmierparadigma zu verinnerlichen. Für alle anderen: Das ist wenig Zeit.
Zusätzlich zu den 3 Stunden Vorlesung und 1 1/2 Stunden Übung pro Woche fällt also noch die Zeit an, die notwendig ist, das was nicht in der Vorlesung verstanden wurde nachzulerenen - und das kann viel sein. Denn ein Programm an der Tafel zu sehen ist eines, es ohne Hilfe nachzuprogrammieren, selbst wenn die dahinterliegende Idee bekannt ist - noch mal was ganz anderes.

Alles in allem ist ein Informatik Studium etwas extrem Zeitschluckendes. Besonders viel Regelmäßiges nebenher zu machen ist nur schwer möglich. All das solltest Du Dir gut überlegen, bevor Du Dich an einer Uni einschreibst. Als Tip, setz Dich vielleicht mal in eine Vorlesung an eine Uni in Deiner Nähe, oder unterhalte Dich mit dem entsprechenden Studienberater, Telefonnummern und Sprechzeiten stehen in aller Regel im Internet.

Die Aussage eines fertigen Informatikers in großer Runde:
Die Informatik lehrt hauptsächlich die Metafähigkeiten Leidens- und Lernfähigkeit.
Der betreffende Informatiker erhilet dafür viel zustimmendes Gemurmel.

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