Was ist Informatik?


Viele Leute denken bei Informatik zunächst einmal an einen Computer. Das ist zwar einerseits richtig, andererseits auch wieder falsch, denn Informatik ist weit mehr als nur das, was mit Computern zu tun hat, genauer gesagt ist der Computer für den Informatiker nicht mehr als für den Bäcker sein Ofen, ein Werkzeug. Ein sehr wichtiges zwar, aber auch nicht mehr.

Grundsätzlich heißt das, daß all das, was Du während Deiner Schulzeit gemacht hast vermutlich mit der Informatik soviel zu tun hatte, wie sonntägliches Kuchenbacken mit dem Bäckereiberuf. Denn Informatik ist eine Wissenschaft im besten Sinne (oder hält sich dafür), was wiederum bedeutet, es geht nicht so sehr um die konkrete Ausführung, mehr um den dahinterstehenden Gedanken.

Es gibt einige Informatiker, die damit kokettieren, zum Ende des Grundstudiums nicht ein einziges Mal einen Rechner eingeschaltet haben - was auch die Behauptung relativiert, Informatiker müßten alle bereits vor dem Studium Supercracks sein.

Dies ist aber nicht die Regel. Von einem Informatiker wird erwartet, daß er sich mit der einen oder anderen Programmiersprache auskennt, es gehört zum guten Ton, so wie ein Mthematiker nicht zum Taschenrechner greifen sollte, wenn es um das große Einmaleins geht.

Allgemein, wer eine Programmiersprache lernen will, besucht einen VHS Kurs. Wer nächtelang versuchen will, das FBI zu stürmen, kauft sich einen Hackerguide und wer alle Pornos der Welt auf seiner Platte versammeln will, für den ist google da. Achja, auch die leidige Frage, wie ein Drucker unter Linux zu betreiben ist, wird im Informatik Studium nicht behandelt (dafür aber hier).

Informatik ist im weitesten Sinne strukturierte Softwareentwicklung. Also das erst einmal auf den Hintern setzen und nachdenken, was man tut, bevor man es tut. Das schließt Gedanken zum Thema Sicherheit, Geschwindigkeit und Fehlerfreiheit ein. Dabei sind die glorreichen Zeiten, in denen sich ein Hoare oder Dijkstra wochenlang in ein Zimmer einsperrten um dann mit geöffneter Krawatte, Schweiß in der Stirn und einem verschlafenen Blick herauszukommen und ein glückliches "ich habs" zu rufen vorbei. Statt der brillianten Helden kennt die Informatik inzwischen mehr ambitionierte und fleißige Bienchen, die ihren Job als Zahnrad in der großen Uhr machen.

Die Helden sind ürigens nicht ganz ausgestorben, nur machen die ihre Entdeckungen meist in so speziellen Gebieten, daß der normale Mensch davon nichts mehr mitbekommt, aber mal Hand aufs herz, welcher normale Mensch kennt schon fast-Reverse?



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